Mit der „EOS“ wieder auf großer Tour

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Weil es im letzten Jahr so schön war, haben sich Norbert und Rüdiger diesmal mit Familie mit Norbert`s „EOS“ wieder auf den langen Weg zum Attersee nach Österreich gemacht. 

Die Atterseewoche geht bereits auf das Jahr 1887 zurück und zählt zu den traditionsreichsten Segelregatten Österreichs. Die diesjährige Atterseewoche fand vom 29. Juli bis 03. August wie immer beim Union-Yacht-Club Attersee (UYCAs) statt und stand diesmal ganz im Zeichen des 125-jährigen Jubiläums der Sonderklassen.  

Die heute vorrangig nur noch in Österreich verbreitete Sonderklasse wurde erstmalig im Jahr 1898 entworfen und  bereits im Jahr 1900 in das Programm der Kieler Woche aufgenommen. Es war die erste Rennklasse überhaupt, die als internationale Klasse anerkannt und in verschiedenen Ländern nach einheitlicher Formel gebaut und gesegelt wurde. Die Sonderklasse zählte weltweit zur ersten Konstruktionsklasse, weil sie nach einheitlichen Bauvorschriften gefertigt werden musste und gehört deshalb mit zu den Ursprüngen des deutschen Yachtsports. (Quelle: Wikipedia)

Die Atterseewoche ist international offen ausgeschrieben für alle Vollholzboote der Klassen Sonderklasse, 22m2 Rennjolle und O-Jolle sowie für alle vor 1975 gebauten Kielboote und Jollen aus Vollholz, die nach Yardstick gesegelt werden.

Insofern ist Norbert`s  15er scandinavischer Schärenkreuzer aus dem Jahr 1934 dort in bester Gesellschaft.

Der Zufall wollte es, dass in den vier Gruppen jeweils 13 Boote gemeldet waren und die Starterfelder somit gleich groß waren.  

Die Regatten von Dienstag bis Freitag waren geprägt von sehr schwachen Winden bei 4 bis max. 10 Knoten aus unterschiedlichen Richtungen. Von den 8 geplanten Wettfahrten konnten am Ende nur 5 Wettfahrten in die Wertung kommen, drei Wettfahrten mussten wegen zu wenig Wind abgebrochen bzw. konnten gar nicht gestartet werden.

Höhepunkt der Woche ist immer die lange Wettfahrt am Samstag, die für alle Boote und Klassen unabhängig von Baujahr, Material oder anderweitigen Klassenvorschriften offen ist. Zu dieser Wettfahrt waren über 120 Boote am Start.

Mit einem gewaltigen Böllerschuss Punkt 7.00 Uhr zu noch nachtschlafender Zeit wird diese Wettfahrt gestartet. Das Zeitfenster zum Absegeln des Kurses endet um 17.00 Uhr. Nur 77 Boote konnten bei strömendem Starkregen und wenig Wind diese Wettfahrt im benannten Zeitfenster regulär beenden. Auch wir haben es leider (wieder!) nicht geschafft, die lange Wettfahrt innerhalb des Zeitfensters zu absolvieren und haben völlig durchnässt und auch ziemlich erschöpft gegen 17.00 Uhr wieder im Hafen fest gemacht.

Aber dennoch konnten wir während der Atterseewoche immerhin knapp 100 Segelkilometer in unser Bordbuch notieren, dazu kommen noch annähernd 1.400km mit dem Trailer auf der Straße, eine doch recht beachtliche Bilanz.

Was am Ende aber wirklich zählt, ist das Erlebnis, bei einem derartig tollen Segelevent dabei gewesen zu sein. Wir haben die österreichische Gastfreundschaft, die wunderschönen alten Yachten, den traumhaft schönen Attersee, die tolle Organisation, das super Essen und das tägliche Freibier sehr genossen.

Aber leider liegt es offenbar in der Natur der Sache, dass auch die „EOS“ mit ihren mehr als 91 Jahren nun doch ein wenig inkontinent geworden ist, so dass Norbert entschieden hat, ihr für die kommende Saison eine wasserdichte Beschichtung zukommen lassen (zu müssen!). Die betagte „EOS“ und ihre Mitsegler werden es ihm sicherlich danken.

von Rüdiger Seyboth


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