Unsere diesjährige Frühsommer-Ostseetour war anders als sonst: keine Yacht, keine offene Ostsee – sondern Strandkatamarane, ordentlich Wind und eine organisierte Tour mit der Segelschule Sail and Surf. Am Donnerstag, dem 11.06.2026, machten sich Petra, Jana, Arne und ich auf den Weg nach Ueckermünde. Dort traf sich die Gruppe am Abend im Hotel Am Markt, bevor es am nächsten Morgen mit 14 Teilnehmenden auf sieben Kats der Typen Topcat K1 und Hobie Pacific hinaus aufs weite Oderhaff ging. Das Gepäck fuhr sicher auf Knuts Begleitboot mit.
Bei Sonne und 2 bis 3 Beaufort blieb genug Zeit, um mit den Booten warm zu werden. Unter Gennaker rauschten wir über das Haff und erreichten pünktlich die Zecheriner Brücke. Danach bot das Achterwasser reichlich Raum für Speed, Wenden und breites Grinsen in unseren Gesichtern. Auf der Südspitze Gnitz legten wir nach einigen stunden Fahrt eine Pause ein und wechselten vorsorglich auf Sturmsegel – denn für die nächsten Tage war deutlich mehr Druck angekündigt.
Am späten Nachmittag segelten wir weiter bis hinter Wolgast. Einige Boote warteten auf die Brückenzeit der Peenebrücke, andere wurden nach einer bewusst herbeigeführten Kenterung von Knut mit dem Motorboot durchgezogen. Nachdem die Kats angelandet waren, brachte uns Knut zurück zum Campingplatz auf Gnitz. So konnten wir am nächsten Morgen die Brückendurchfahrt sparen. Nach einem leckeren Essen fielen wir müde in die Betten der kleinen urigen Finnhütten.





Tag 2: Sturmfront, Wellen und echte Teamarbeit
Am zweiten Tag pustete der Wind deutlich kräftiger aus West. Wir schossen den Peenestrom entlang – meist mit Amwindkurs und vielen Wenden. Vorbei an Peenemünde ging es hinaus auf die Ostsee und hinüber Richtung Rügen, Mönchgut. Anfangs 4 bis 5 Beaufort sorgten bereits für ordentliche Wellen, mit denen unsere Kats sichtbar zu tun hatten.
Dann wurde der Himmel im Westen dunkel. Eine Sturmfront baute sich auf und war schneller bei uns, als uns lieb war. Nun hieß es: konzentriert bleiben, Böen von 6 bis 7 Beaufort abwettern und durchhalten. Zum Glück hatten wir die Rügener Südseite bereits erreicht. Trotzdem hackte der Wind brutal in die Segel. Ein Boot kenterte und erlitt dabei einen Mastbruch – für diese Crew war die Reise leider beendet. Die Bergung war anspruchsvoll, und Knut musste intensiv unterstützen. Wie gut, ihn mit seinem Begleitboot und seinen Adleraugen immer in der Nähe zu wissen.
Weiter ging es um Vilm herum und im Schutz des Festlands Richtung Glewitz. Zwei weitere Sturmwolken sorgten noch einmal für Aufregung: Wasser von oben und unten, Wellen, Tempo – und trotz aller Anspannung auch jede Menge Segelspaß. Bei Palmer Ort beendeten wir den Tag völlig erschöpft. Die Anstrengung steckte allen in den Knochen. Nach dem Essen fielen wir nur noch todmüde in die weichen Betten unseres Hotels.

Tag 3: Regen, Böen und der Zieleinlauf in Altefähr
Der dritte Tag begann direkt im Regen. In neuer Crew-Konstellation brachen wir Richtung Stralsund auf. Der Wind frischte erneut kräftig auf, und von Beginn an war volle Konzentration gefragt. Die Kats zischten durchs Wasser, die Wellen spritzten, und alles fühlte sich an wie ein einziger wilder Ritt. Auch uns erwischte es mit einer Böe: Stecker, Kenterung, Boot aufrichten – und weiter.
Je näher wir Stralsund kamen, desto schmaler wurde der Greifswalder Bodden – und desto häufiger wurden die Wenden. Erstaunlich flach ist es an manchen Uferstellen, sodass Aufmerksamkeit bis zum Schluss gefragt war. Nach einigen intensiven Stunden erreichten wir schließlich Altefähr. Dort endete unsere Tour, und allen war klar: Wir hatten etwas Besonderes gemeistert. Nach Wind, Wellen und Wettergewalten fühlten sich die warme Dusche und Kaffee in der Segelschule einfach großartig an.
Was bleibt, ist ein eindrucksvoller Film im Kopf: drei Tage voller Tempo, Teamgeist, Respekt vor Wind und Wasser – und jede Menge unvergesslicher Momente.
Ein herzliches Dankeschön geht an Knut und Jasper von der Segelschule Sail & Surf Rügen für Organisation, Begleitung und sicheren Support auf dem Wasser.
🤙 Euer Götz




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