In folgenden Video zeigt Milan den grundsätzlichen Aufbau einer ILCA-Jolle (ehem. Laser).
Achtung: Die ILCAs der Jugend dürfen nicht einfach verwendet werden. Welche ILCAs für die Freizeitsegler zur Verfügung stehen, seht ihr unter Bootspark. Wenn ihr Hilfe benötigt, die richtigen Riggs und Ruder-Schwert-Taschen zu finden, dann meldet euch bei den Bootspaten oder schreibt im Freizeitsegler-Chat.
Segel-Glossar
abfallen
Pinne ran ziehen. Kurs des Bootes in die Richtung verändern, in welche der Wind weht.
auch: tiefer segeln
anluven
Pinne weg drücken. Pinne in Richtung Baum drücken. Kurs des Bootes in die Richtung verändern, aus welcher der Wind weht.
auch: höher an den Wind ran gehen
Aufschießer
Steuern des Bootes direkt gegen den Wind. Dabei soll das Boot Fahrt verlieren. Das ist möglich, weil das Segel flattert und keinen Vortrieb mehr gibt. Je stärker das anluven in den Wind ist, desto mehr Fahrt geht verloren
Backbord
Linke Seite des Bootes bei Blickrichtung nach vorne. Rechte Seite des Bootes bei Blickrichtung nach achtern
Bug
vorderes Ende des Bootes
dichtholen
Ziehen an der Schot. Wenn Segel flattert, wird es dicht geholt, bis es im vorderen Bereich (Vorliek) gerade nicht mehr flattert (killt)
Halbwindkurs
Wind kommt genau von der Seite. Typischer Kurs vor dem Start. Segel ist halb draußen/aufgefiert. Druck/Krängung wird über’s fieren der Schot verringert.
halsen
Steuern des Hecks durch den Wind. Segel wechselt die Seite. Manöver wird durch Abfallen eingeleitet. Kurz vor der Halse wird der Vorwindkurs gesteuert.
Heck hinteres Ende des Bootes
killen
leichter Gegenbauch im Vorliek des Segels. Segel bekommt im vorderen Bereich (Vorliek) den Wind von Lee. Der Gegenbauch kann leicht flattern. Beim killenden Segel muss leicht abgefallen werden. Bei Starkwind kann man ein leichtes Killen dazu nutzen, dass sich das Boot nicht ganz so stark. schräg stellt (krängt)
krängen
Boot stellt sich schräg, weil Segler oder Wind Kraft auf eine Seite des Bootes ausübt. Segler krängt überwiegend nach Luv (z.B. auf dem Vorwindgang), Wind krängt nach Lee
Kreuzkurs
Segeln gegen den Wind. Maximal möglicher Winkel zum Wind ist ca. 45°. Zickzackkurs mit Wenden als Kursänderung. Typischer Kurs nach einem Regattastart. Segel ist maximal dichtgeholt – Großbaumende über der Lee-Ecke vom Heck. Druck/Krängung wird über leichtes luven in den Wind ausgesteuert.
auch: Amwindkurs
Lee
Windabgewandte Seite. Schiffsseite, auf der das Segel ist.
Luv
Windzugewandte Seite. Schiffseite, auf der das Segel nicht ist.
mittschiffs
Mittellinie des Bootes vom Bug bis zum Heck. Mast, Schwert und Ruder liegen alle mittschiffs. Segel kann mittschiffs geholt werden, z.B. bei der Halse
Raumschotkurs
Wind kommt seitlich von achtern. Typischer Kurs nach der Startkreuz. Segel ist fast vollständig draußen/aufgefiert.
Druck/Krängung wird über’s fieren der Schot und leichtes Abfallen verringert.
Steuerbord
Rechte Seite des Bootes bei Blickrichtung nach vorne. Linke Seite des Bootes bei Blickrichtung nach achtern
Vorliek
Vorderkante des Segels. Wird am Mast befestigt
Vorwindkurs
Wind kommt direkt von achtern. Typischer Kurs vor der Zielkreuz.
Segel ist vollständig draußen/aufgefiert.
Druck/Leekrängung wird über’s fieren der Schot und leichtes Abfallen verringert.
Luvkrängung wird über’s dichtholen der Schot und leichtes Anluven verringert.
Wenden Steuern des Bugs (Steuerbord <-> Backbord) durch den Wind. Segel wechselt die Seite. Manöver wird durch Anluven eingeleitet. Kurz vor der Halse wird der Amwindkurs gesteuert.
ablegen
Verlassen der Brücke, des Sicherungsbootes, des Hafens mit dem Ziel des freien Segelns
achtern
hinten
an den Wind ran gehen
Anluven bis zum Amwindkurs. Anluven bis auf den Kreuzkurs. Maximal mögliches anluven bei dicht geholtem Segel.
auch: anluven
anlegen
Erreichen der Brücke, des Sicherungsbootes, des Hafens mit dem Ziel des Festmachens
auffieren
Lösen des Segels um Fahrt aus dem Boot heraus zu nehmen (Segel flattert) oder um abzufallen, z.B. auf den Vorwindkurs.
auch: Segel lösen, Schot lösen, fieren
Bö
Windstoß, der über den bisherige Windstärke hinaus geht.
Falsche Halse
unabsichtliches abfallen über den Vorwindkurs hinaus. Wind droht, das Segel eigenständig herumzuschlagen
Woran erkenne ich meinen Fehler? Verklicker zeigt Windrichtung von Lee an. Segel fängt an am Achterliek zu klappen. Boot wird leegierig.
hängen Füße unter die Ausreitgurte, Hintern über die Scheuerleiste, Oberkörper flach über’s Wasser
auch: ausreiten
Ruder einschlagen
Pinne aus der Schiffsmitte heraus bewegen (ranziehen/abfallen, wegdrücken/anluven). Mindestens 45° Einschlag. wird gerne bei großen Kursänderungen (z.B. Anlegemanövern) gebraucht
auch: Ruder legen, Ruder geben
Schwertgummi
Gummi, mit dem das hochgeholte Schwert am Runterrutschen auf dem Vorwindgang
gehindert wird.
Segel aufmachen Segel lösen
auch: fieren
vor den Wind gehen
Abfallen bis zum Vorwindkurs. Maximal mögliches abfallen bei komplett geöffnetem Segel
Abdrift
Meist kaum merkliche Seitwärtsbewegung des Bootes. Tritt beim Amwindkurs auf.
Wird durch das Schwert stark vermindert – verstärkt sich bei hoch geholtem Schwert. Wird bei Strom verstärkt (Strom tritt auf Flüssen, z.B. Havel und in Küstennähe auf)
auch: Quertrieb
Achterliek
Achterkante / Hinterkante des Segels. Wird durch Segellatten verstärkt
auf der Kante sitzen
Sitzposition für frischen Wind. Ausgangsposition für’s Hängen
Baum Rohr, welches das Segel an der Unterseite, Unterliek hält
Flaute Windstille
Fußblock
Block, aus dem die Schot direkt gezogen wird. Zu unterscheiden von den anderen beiden Blöcken der Schotholung.
Gegenruder geben
unmittelbar nach der Halse krängt das Boot zur neuen Leeseite und möchte anluven. Deshalb muss das Ruder nicht nur mittschiffs gebracht werden, sondern muss kurz in die Gegenrichtung der bisher eingeschlagenen Richtung gezogen werden: Gegenruder!
knüppeln
Amwindkurs mit zu dicht geholtem Segel. Sorgt für verminderte Fahrt. Quertrieb wird verstärkt
laufen lassen
Auf dem Kreuzkurs Segel leicht aufmachen (ca. 10cm Schot) und leicht abfallen. Der Druck erhöht sich und das Boot wird unmerklich schneller.
leegierig
Das Boot möchte von alleine abfallen. Der Leegierigkeit kann mit dem Pinnenausschlag (wegdrücken) entgegengesteuert werden.
Leegierigkeit kann mit der Sitzposition korrigiert werden – weiter nach vorne setzen auf dem Kreuzkurs.
luvgierig
Das Boot möchte von alleine anluven. Der Luvgierigkeit kann mit dem Pinnenausschlag (rauziehen) entgegengesteuert werden. Luvgierigkeit kann mit der Sitzposition korrigiert werden – weiter nach hinten setzen auf dem Kreuzkurs.
Scheuerleiste
obere Außenkante des Bootes. Scheuert als erstes an fremden Booten, Anlegepfählen oder Brücken
Schwertkasten
Schlitz in Bootsmitte zur Aufnahme des Schwertes
Sprietbaum Rohr, welches das Opti-Segel nach oben hin ausrichtet. Wird bei stärkerem Wind kräftiger durchgesetzt als bei leichtem Wind
auch: Spriet
Talje
In der Seemannssprache wird ein Flaschenzug als Talje und die Flasche als Block bezeichnet; das bei der Talje verwendete Tau heißt Läufer. Die Talje besitzt eine feste Part, die das Ende, an dem der Läufer befestigt ist, bezeichnet, und eine lose oder holende Part.
auch: Flaschenzug
Unterliek
Unterseite des Segels. Wird an dem Baum befestigt
zusammengestellt von Jörg Huss (14.03.2013)
Das Segel-Glossar kann hier heruntergeladen werden: Begrifflichkeiten








